DER SüDLICHSTE PUNKT AFRIKAS

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Wie weit kannst du gehen?

Der südlichste Punkt Afrikas hat als geografisches Extrem etwas Gewaltiges und Mystisches an sich. Hier trifft der urzeitliche Kontinent auf zwei mächtige Meere – den Atlantischen und den Indischen Ozean.

Die zusammenströmenden Kräfte dieser kraftvollen Giganten spiegeln sich in der wilden, windgepeitschten Landschaft und der wogenden Brandung, die an die zerklüftete Küste schlägt.

Die ersten europäischen Entdecker, die nach einer Handelsroute nach Osten suchten, fürchteten die Kraft und Bedeutung des südlichsten Punktes Afrikas und wurden oftmals Opfer seiner stürmischen Natur, die ihm den berüchtigten Ruf als Kap der Stürme einbrachte. Im 15. Jahrhundert gab der unerschrockene portugiesische Entdecker Bartholomew Dias ihm den Namen Cabo das Agulhas (Kap der Nadeln). Ursprung dafür war entweder, dass eine Kompassnadel keinen Unterschied zwischen geografischem Norden und magnetischen Norden anzeigen konnte oder die tückischen, nadelgleichen Felsenformationen. Vielleicht war es auch die Kombination dieser beider Faktoren, zusammen mit den vor der Küste wütenden Stürmen. Sie sorgten dafür, dass seit dem 17. Jahrhundert 140 Schiffe gesunken sind und dabei fast 5000 Todesopfer zu beklagen waren.

Wertvolles Erbe

Währenddessen hatten die Khoikhoi über tausende von Jahren friedlich und unbeirrt vom rücksichtslosen Ehrgeiz der modernen Welt am Kap Agulhas gelebt. Übrig geblieben sind von ihrer altertümlichen Kultur nur noch die steinernen Fischfallen, bekannt als Viswyvers, die bei Ebbe noch heute zu sehen sind. Außerdem gewähren uns vereinzelte, verstreute archäologische Stätten einen wertvollen Einblick in ihre Welt.

Wächter des Südens

Im Jahr 1847 beauftragte die Regierung der Kap Kolonie endlich die Konstruktion eines Leuchtturms an der berüchtigten Mündung. Das Leuchtfeuer wurde erstmals 1849 entzündet. Durch die Verbesserung des Feuers über die Jahrhunderte hinweg kann das alle fünf Sekunden aufleuchtende Licht heute bis zu 30 Seemeilen weit gesehen werden. Der Leuchtturm selbst ist einer der ältesten in Südafrika. Er wurde zum Nationaldenkmal erklärt und beherbergt das einzige Leuchtturmmuseum in Afrika sowie ein kleines, rustikales Restaurant. Der Aufstieg zum Turm führt über 71 Stufen und wird mit einer spektakulären Aussicht über die wunderschöne zerklüftete Landschaft belohnt.

Ein Schutzgebiet im Süden

Die wunderschöne zerklüftete Landschaft um den südlichsten Punkt Afrikas, bekannt als die Agulhas Ebene, wurde zum Agulhas Nationalpark erklärt und schützt nunmehr eine reiche Vielfalt an einheimischer Flora und Fauna, einschließlich tausender Sumpf- und Meeresvögel auf einer Fläche von über 20.000 Hektar.

Die Farmeninitiative „Nuwejaars Wetland Special Management Area (SMA)“ involviert 25 Landbesitzer, die zusammen einen seltenen und bedrohten Lebensraum auf weiteren 45.600 Hektar der Agulhas Ebene schützen. Neben dem Schutz dieses Gebietes, hat sich die SMA auch zum Ziel gesetzt, das Wohlergehen aller Menschen innerhalb der Ebene und in umgebenden Gebieten zu fördern. Durch die Anwendung bahnbrechender Lösungen im ewig andauernden Konflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz hat die SMA großartige Erfolge im Wiederaufbau des Ökosystems der Agulhas Ebene erzielt und es sogar geschafft, Wildtiere wie den Büffel oder Flusspferde wieder einzugliedern.

Anfang und Ende

Die Abenteuerlust, die die frühen Entdecker nach Kap Agulhas gelockt hat, ist heutzutage noch immer lebendig. Viele moderne, unerschrockene Reisende, unter ihnen auch Charley Boorman und Ewan McGregor auf ihrer berühmten Motorradtour „The Long Way Down“, während derer sie auf Grootbos gewohnt haben, begannen oder beendeten ihre abenteuerlichen Reisen an diesem geographischen Extrem.