FAUNA

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Beauty and the Beasts

Auch wenn es in der Vergangenheit in der Agulhas Ebene nur so vor großen Säugetieren wie Nashörnern, Nilpferden und Elefanten wimmelte, finden sich Großsäugetiere heutzutage nicht mehr an Land, sondern nur noch im Ozean bei Grootbos.

Die Fauna, ähnlich wie auch die Flora, ist eher von zarter Natur. Einzige Ausnahme ist der Kap-Leopard, der wie eine mystische Gestalt durch unsere Berge streift. Der stille, geduldige (oder glückliche) Grootbos-Besucher hat ab und an die Möglichkeit, kleine Säugetiere wie den Kap-Greisbock und den Buschbock zu sehen. Die wirkliche Show findet jedoch auf einer noch kleineren Bühne statt.

Leben auf Mikroebene

Der Großteil der Tierwelt auf Grootbos gehört zur flatternden, zwitschernden, summenden, kriechenden oder quakenden Sorte. Tausende Insekten, Amphibien und Reptilien gehen fröhlich ihrem Tagesgeschäft nach und erwecken so die Landschaft zum Leben. Die winzigen Wesen spielen eine extrem wichtige Rolle im Fynbos. Ihre lebhafte Präsenz schafft eine wunderbare und erhebende Atmosphäre aus Geräuschen und Farben. Ihre wahre Schönheit und Bedeutung enthüllt sich jedoch erst beim Betrachten aller Adaptionen, Interaktionen und Abhängigkeiten im Fynbos. Die vielen geführten Aktivitäten auf Grootbos bieten die Möglichkeit, direkt in dieses faszinierende Reich einzutauchen. Zu diesen Touren zählen Vogelbeobachtungen für Experten als auch Hobbybeobachter.

Die Vogelwelt auf Grootbos

Den männlichen Kaphonigfresser (Cape Sugarbird) dürfen Sie auf keinen Fall verpassen, wenn er den süßen Nektar der Protea trinkt. Sein unglaublich langer Schwanz (fast 70% seiner Gesamtkörperlänge) ist ein dekoratives Zeichen seiner Männlichkeit. Dabei gilt, je länger, desto besser! Der Kaphonigfresser zählt zu den heimischen Fynbos-Vogelarten und lebt in einer hoch abhängigen Beziehung mit den Proteenarten.

Die Schnäbel der auffälligen, einheimischen Nektarvögel wie der Goldbrustvogel (Orange-breasted Sunbird) und der Waldnektarvogel (Southern Double-collared Sunbird), sind speziell geeignet, um den süßen Nektar aus den Blütenkelchen der verschiedenen Erikapflanzen zu trinken. Auch hier sind die Nektarvögel und die Erikaarten höchst abhängig voneinander und aneinander angepasst.

Einige weitere der begehrtesten Vogelarten auf Grootbos sind der Paradiesschnäpper (Paradise Flycatcher), der Kaptchagra (Southern Tchagra), der Knysnaspecht (Knysna Woodpecker), die Mohrenweihe (Black Harrier), der Flötenwürger (Southern Boubou), der Spornkuckuck (Burchell’s Coucal), der Kapschnäpper (Cape Batis) und der Halsband-Feinsänger (Bar-throated Apalis). Neben diesen „Besonderheiten“ gibt es über 125 Vogelarten, die die Liste der im Reservat zu findenden Vögel vervollständigen.

Nicht zu vergessen: Die Säugetiere

Auch wenn Vögel und Insekten den Löwenanteil der Tiere auf Grootbos ausmachen, so verdienen es auch einige Säugetiere hier erwähnt zu werden. Es gibt sechs verschiedene Antilopenarten auf Grootbos: den Kap-Greisbock (Cape Grysbok), welcher unbedingt auf den Fynbos angewiesen ist, den Steinbock (Steenbok), den Klippspringer (Klipspringer), die Rehantilope (Grey Rhebok), den Ducker (Duiker) und den Buschbock (Bushbuck).

Zu den nachtaktiven Tieren gehört der Honigdachs (Honey Badger), das Kap-Stachelschwein (Cape Porcupine), der Karakal (Caracal), der Bandiltis (Striped Polecat) und die Kleinfleck-Ginsterkatze (Small-spotted Genet). Darüber hinaus wandert noch eine putzmuntere Horde Bärenpaviane über das Reservat. Sollten Sie Angst vor Pavianen haben, brauchen Sie sich trotzdem keine Sorgen zu machen – unsere freilaufenden Primaten sind unbeeinträchtigt durch die Zivilisation und bleiben meist unter sich.

Noch kleinere Säugetiere, die reichlich im Fynbos zu finden sind, umfassen verschiedene Arten von Maulwürfen, Mäusen, Hasen, Klippschliefer und Mangusten.

Einsamer Überlebender

Wenn es um größere Säugetiere geht, gibt es eine Art, die besondere Betrachtung verdient: der scheue und stark bedrohte Kap-Leopard. Er ist das letzte überlebende Raubtier in der westlichen Kap-Region und spielt somit eine essentielle Rolle im Ökosystem. Leoparden jagen allein und ihr Revier im Fynbos ist dabei bis zu 250km2 groß. Die Ausbreitung der Städte und die unkontrollierte Ausrottung von Raubtieren bedrohen die bereits gefährdeten Tiere weiter. 

Die Landmark Stiftung führt in Zusammenarbeit mit Grootbos eine umfangreiche Studie zu dieser wunderschönen Katzenart durch. Mit Hilfe von bewegungssensitiven Kameras, die in der Umgebung aufgestellt wurden, können einzelne Leoparden identifiziert werden. Diese Informationen werden dann genutzt, um die Reviere, den Populationsstatus sowie die Vulnerabilität der Tiere genauer zu ermitteln.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, eine dieser scheuen Katzen zu sehen, der eines Lottogewinns gleicht, ist es doch gut zu wissen, dass es sie irgendwo da draußen noch gibt. „Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an großer Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht, geschieht auch bald den Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden.“ – Chief Seattle