SCHIFFWRACKS

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Ein Meeresfriedhof

Die südlichste Spitze Afrikas ist übersät mit fast 150 Wracks von Schiffen, die ihr brutales Ende entlang ihrer stürmischen Küste gefunden haben. Tausende von Leben sowie wertvolle Fracht gingen in den wütenden Stürmen der hungrigen Gewässer verloren.

Heftige Winde und starke Meeresströmungen schufen zusammen 30 Meter hohe, tosende Wellen. Diese angsteinflößenden Bedingungen in Kombination mit tückischen Riffen, ungenauen Karten und primitiven Navigationstechniken überwältigten zahlreiche seeüberdrüssige Besatzungen. Ihre Schiffe wurden wie billiges Spielzeug gegen die zerklüfteten Felsen geworfen und auf eine wilde und fremde Küste geschleudert.

"Frauen und Kinder zuerst!"

Die meisten Schiffswracks können um Cape Agulhas, Arniston und Quoin Point gefunden werden, wobei das berühmteste Wrack wohl die HMS Birkenhead vor der Danger Point Halbinsel in Gansbaai ist.

Die Birkenhead, welche 1852 von ihrem Schicksal ereilt wurde, ist vor allem deshalb bekannt, weil sie das erste Schiff war, auf dem die „Frauen und Kinder zuerst“-Regel angewandt wurde. Den Männern, welche hauptsächlich Soldaten waren, befahl man  „standhaft“ zu bleiben, während  Frauen und Kindern Vorrang in den Rettungsbooten eingeräumt wurde. Nur 193 der 638 Passagiere konnten gerettet werden. Die übrigen Männer standen ernst und gehorsam an Deck, während die Birkenhead langsam unterging. Der Großteil der Besatzung ertrank. Die übrigen Soldaten sollen angeblich von Weißen Haien gefressen worden sein.

Zur Erinnerung an das tragische Ereignis wurde 1936 eine Gedenktafel in die Wand des Leuchtturms bei Danger Point eingelassen. Der Felsen, der die Birkenhead hat sinken lassen, wird seitdem Birkenhead Rock genannt. Er ist in ca. 1,5 km Entfernung zum Leuchtturm vom Ufer aus zu sehen. Die größte private Sammlung von Birkenhead Relikten kann im Strandveld Museum in der Nähe des Vororts Franskraal besichtigt werden.

Das Geisterschiff des Fliegenden Holländers

Viele fantasievolle Geschichten wurden bereits über den legendenumwobenen Fliegenden Holländer und sein verfluchtes Schiff erzählt. Der Legende nach wollte Kapitän Hendrik Van der Decken das Kap auf seiner Heimreise von Jakarta nach Holland umrunden, als er in einen wütenden Sturm geriet. Ohne Rücksicht auf Verluste fuhr er trotz reißender Segel und einem überfluteten Deck weiter. Die erschrockenen Seemänner beschworen ihn umzukehren, aber er preschte ans Steuerrad und schwor, dass nicht einmal Gott ihn stoppen würde. Der Heilige Geist hörte diesen blasphemischen Schwur und stieg in gleißendem Licht hinab auf das Deck. Van der Decken zog seine Pistole und schoss auf die heilige Gottheit, aber sein Arm fiel kümmerlich zur Seite. Der Heilige Geist verfluchte den Kapitän dazu, auf ewig in den stürmischen Gewässern des Kaps zu segeln und all denjenigen Unglück zu bringen, die ihn erblicken.

Viele behaupten, das Geisterschiff des Fliegenden Holländers von Danger Point aus gesehen zu haben. Seefahrer halten den Anblick dieser blutroten Segel für das schlimmste Omen. Künstler, Dichter und Schriftsteller dagegen haben die Legende durch unzählige Kunstwerke, inklusive einer Wagneroper, unsterblich werden lassen.

Durch die Geschichte segeln

Begleiten Sie Grootbos auf eine Entdeckungstour zu den verlorenen Wracks und den fantastischen Erzählungen, die diese unglücklichen Schiffe umranken. Besuchen Sie die Gedenktafel der Birkenhead in Danger Point oder fahren Sie die malerische Strecke zum Schiffswrack Museum in Bredasdorp. Das Museum liegt auf dem Weg zur südlichsten Spitze Afrikas, dem mystischen Treffpunkt des Atlantischen und Indischen Ozeans.