FLORA

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Die Ernennung eines Königreichs

Als die ersten niederländischen Siedler an unserer Küste landeten, hofften Sie, Bauholz für ihre Schiffe zu finden. Stattdessen fanden sie nur strauchartiges Buschgewächs. „Was sollen wir nur damit anfangen? Es gibt hier nichts außer feinen Busch“.

Das ist die Geschichte wie der ‘fijnbosch’ zu seinem Namen kam. Die Flora der Kap-Region ist zwar nicht besonders gut zum Schiffbau geeignet. Dafür zeugt sie aber von solch einer unglaublichen Vielfalt und Einzigartigkeit, dass sie sehr bald zu einem der sechs Pflanzenreiche der Welt erklärt wurde.

Ein botanisches Wunderland

Das Pflanzenreich am Kap ist eindeutig das kleinste aller Pflanzenreiche (es ist das einzige, welches in nur ein Land passt). Gleichzeitig ist es aber auch das artenreichste – mit mehr als drei Mal so vielen Pflanzenarten als der Dschungel am Amazonas! Auf einer Fläche von gerade einmal 90.000 km2 wachsen über 9000 Arten blühender Fynbos-Pflanzen, von denen 70% nirgendwo sonst zu finden sind.

Der Fynbos ist nicht nur für seine bemerkenswerte Diversität, sondern auch für die unglaubliche Schönheit vieler seiner Wildblumen bekannt. 2004 hat die Unesco das Pflanzenreich der Kap-Region, bestehend aus einer Vielzahl geschützter Gebiete, die zusammen mehr als 550.000 Hektar umfassen, zum Weltkulturerbe erklärt.

Anpassung bis zur Perfektion

Ein weiterer schöner und inspirierender Fakt über den Fynbos ist, dass er trotz widriger und harter Bedingungen wächst und gedeiht. Er ist sengender Sommerhitze, heftigen winterlichen Regengüssen, stürmischen Winden, nährstoffarmen Böden und periodisch wiederkehrenden Bränden ausgesetzt. Und doch sind all diese unwirtlichen Bedingungen Grundvoraussetzungen für sein Überleben. Die fragile Schönheit des Fynbos und seine unangefochtene Artenvielfalt trotzen jeder Widrigkeit der Natur.

Die Grootbos Feldstudie

Grootbos ist eines der am  ausführlichsten dokumentierten Naturschutzgebiete der Welt. 1997 hat der auf Grootbos lebende Botaniker Sean Privett mit der detailreichsten Fynbos-Studie, die jemals unternommen wurde, begonnen. Diese Studie hatte die Auflistung von 307 Pflanzenarten zur Folge. Darunter waren 32 bedrohte Arten und eine der Wissenschaft zuvor unbekannt Art wurde entdeckt.

Der verstorbene Heiner Lutzeyer, Anwohner, Teilhaber und passionierter Botaniker, hat diese Studie zusammen mit Sean weitergeführt. Seine Leidenschaft, die Flora des Reservats zu erkunden, über sie zu lernen und sie zu fotografieren, hat dazu geführt, dass eine unglaubliche Anzahl von 765 Arten dokumentiert werden konnte. 83 dieser Pflanzen stehen unter Artenschutz und sechs Arten waren Neuentdeckungen. Vier dieser Neuentdeckungen sind bis jetzt nur innerhalb der Grenzen des Reservats gefunden worden.

Die höchstsignifikante ökologische Rolle des Feuers im Fynbos wird dadurch unterstrichen, dass die Liste der Artenzählungen nach dem großen Feuer in 2006 von 680 sprunghaft auf 750 Arten angestiegen ist. Demnach waren also 70 Pflanzen Ergebnis der durch das Feuer in Gang gebrachten Sukzessionsprozesse.

Die Studie gipfelte in der Publikation des umfassenden Naturführers über die Flora auf Grootbos und innerhalb der Walker Bay (Field Guide to the Flora of Grootbos and the Walker Bay Region).

Inspiration säen

Wir auf Grootbos waren immer bestrebt, unseren Gästen die majestätische Schönheit dieses spektakulären Pflanzenreichs durch Geschichten und eigene Erfahrungen näherzubringen. Wir hoffen, dass auch Sie die Pflanzenvielfalt des Kaps bewundern und inspiriert werden, den Artenreichtum unseres Planeten zu schätzen und zu schützen.